Rechtsüberholen · Art. 35 SVG · Art. 36 Abs. 5 VRV

Rechts überholt: wann aus der Ordnungsbusse ein Strafbefehl wird

Seit 2021 darf man auf der Autobahn in der Kolonne rechts vorbeifahren. Viele glauben deshalb, Rechtsüberholen sei jetzt erlaubt. Genau dieses Missverständnis landet auffällig oft bei der Staatsanwaltschaft.

Stand: September 2026
Rechtsvorbeifahren oder Rechtsüberholen Erlaubt: Rechtsvorbeifahren Kolonne links, rechts gleichmässig weiter Verboten: Rechtsüberholen rechts ausschwenken, wieder einbiegen
Der Unterschied liegt nicht im «rechts», sondern im Spurwechsel: Wer ausschwenkt und wieder einbiegt, überholt.
DIREKTE ANTWORT

Rechts überholen durch Ausschwenken und Wiedereinbiegen ist auf Schweizer Strassen verboten, auch nach der Neuregelung 2021. Ein einfacher Fall auf der Autobahn kostet CHF 250 Ordnungsbusse, ohne Folgen für den Führerausweis. Bei erschwerenden Umständen wie mehreren Fahrzeugen, dichtem Verkehr oder knappem Einbiegen folgt ein Strafbefehl wegen grober Verletzung, mit Geldstrafe und mindestens drei Monaten Ausweisentzug.

Auf dieser Seite
  1. Was seit 2021 gilt
  2. Die Ordnungsbussen
  3. Wann es grob wird
  4. Fälle aus der Rechtsprechung
  5. Pannenstreifen und Ausfahrt
  6. Der Führerausweis
  7. Was Sie jetzt tun können
  8. Häufige Fragen

Das Wichtigste in 30 Sekunden

Was seit 2021 gilt und was nicht

Die Grundregel steht seit jeher im Strassenverkehrsgesetz: «Es ist rechts zu kreuzen, links zu überholen» (Art. 35 Abs. 1 SVG). Daran hat sich nichts geändert. Neu ist seit dem 1. Januar 2021 eine Ausnahme für Autobahnen und Autostrassen. Art. 36 Abs. 5 VRV erlaubt es, mit der gebotenen Vorsicht rechts an anderen Fahrzeugen vorbeizufahren, und zwar in vier abschliessend aufgezählten Fällen.

Erlaubtes Rechtsvorbeifahren auf Autobahnen und Autostrassen nach Art. 36 Abs. 5 VRV (Fassung seit 1.1.2021). Stand: September 2026.
FallWas erlaubt ist
a. Kolonnenverkehrrechts vorbeifahren, wenn sich links oder in der Mitte eine Kolonne gebildet hat
b. Einspurstreckenwenn für die Fahrstreifen unterschiedliche Fahrziele signalisiert sind
c. Sicherheitsliniewenn der linke Fahrstreifen durch eine Sicherheitslinie abgegrenzt ist, etwa auf dem Beschleunigungsstreifen einer Einfahrt
d. Ausfahrtauf dem Verzögerungsstreifen einer Ausfahrt
immer verbotenRechtsüberholen durch Ausschwenken und Wiedereinbiegen

Der entscheidende Satz steht direkt davor: «Das Rechtsüberholen durch Ausschwenken und Wiedereinbiegen ist untersagt.» Wer also auf dem rechten Fahrstreifen einfach in seinem Tempo weiterfährt, während links eine Kolonne langsamer rollt, handelt korrekt. Wer dagegen nach rechts wechselt, um jemanden zu passieren, und danach wieder nach links zieht, überholt rechts. Das Bundesamt für Strassen erklärt es im eigenen Blog ebenso: Bildet sich links oder in der Mitte eine Kolonne, darf rechts vorsichtig vorbeigefahren werden, aktives Ausschwenken bleibt verboten.

Für Haupt- und Nebenstrassen gilt eine ähnliche, ältere Regel. Beim Fahren in parallelen Kolonnen und innerorts auf Strassen mit mehreren Fahrstreifen in der gleichen Richtung ist das Rechtsvorbeifahren gestattet, ausser das andere Fahrzeug hält, um Fussgängern den Vortritt zu lassen. Auch hier ist das Ausschwenken und Wiedereinbiegen untersagt (Art. 8 Abs. 3 VRV).

«Ich bin nur rechts vorbeigefahren, links war doch Kolonne.»
Worauf es ankommt

Kolonnenverkehr liegt nach dem Bundesgericht vor, wenn die Geschwindigkeiten auf Überhol- und Normalspur annähernd gleich sind (BGE 142 IV 93). Fuhr links eine lockere Reihe mit 110 km/h und Sie rechts mit 130 km/h, ist das keine Kolonne im Sinne der Regel. Und haben Sie dafür die Spur gewechselt, war es ein Überholen.

Häufiger Irrtum

Der Pannenstreifen zählt nicht. Er ist nur für Nothalte da (Art. 36 Abs. 3 VRV). Wer dort an einer stockenden Kolonne vorbei zur Ausfahrt fährt, fährt nicht erlaubt rechts vorbei.

Die Ordnungsbussen

Seit 2021 kennt die Ordnungsbussenverordnung eigene Beträge für das Überholen und Vorbeifahren auf der falschen Seite. Die Ordnungsbusse ist ein vereinfachtes Verfahren: fester Betrag, keine Verfahrenskosten, kein Registereintrag und keine Administrativmassnahme. Voraussetzung ist, dass niemand gefährdet oder geschädigt wurde (Art. 4 Abs. 3 OBG).

Ordnungsbussen nach Anhang 1 der Ordnungsbussenverordnung (OBV), Stand 01.08.2026.
ZifferTatbestandBusse
314.1Nichtbenützen des äussersten Fahrstreifens rechtsCHF 60
314.2Rechtsüberholen durch Ausschwenken und Wiedereinbiegen, Haupt- und NebenstrassenCHF 140
314.3Rechtsüberholen durch Ausschwenken und Wiedereinbiegen, Autobahn und AutostrasseCHF 250
314.4Unzulässiges Rechtsvorbeifahren, Haupt- und NebenstrassenCHF 100
314.5Unzulässiges Rechtsvorbeifahren, Autobahn und AutostrasseCHF 200
315Spurwechsel zum Überholen auf einer EinspurstreckeCHF 100

Die CHF 250 gelten aber nur für den einfachen Fall. Das Bundesgericht hat die Ziffer 314.3 ausdrücklich eng ausgelegt: Sie betrifft ein Rechtsüberholen ohne erschwerende Umstände, und eine Ahndung als Ordnungswidrigkeit komme nur ausnahmsweise in Betracht. Dabei sei ein strenger Massstab anzuwenden und die Schwelle für erschwerende Umstände tief anzusetzen (BGE 149 II 96). Wer bei der Kontrolle bestreitet oder die Ordnungsbusse ablehnt, landet ohnehin im ordentlichen Verfahren, mit Kosten.

Häufige Annahme

«Rechtsüberholen kostet seit 2021 nur noch CHF 250. Mehr kann nicht kommen.»

Was tatsächlich gilt

CHF 250 gibt es nur im einfachen Fall. Bei vier überholten Autos auf 1300 Metern mit 100 bis 120 km/h hat das Bundesgericht 50 Tagessätze bedingt bestätigt (BGE 148 IV 374).

Vorbeifahren oder Überholen? Das entscheidet viel

Laden Sie den Strafbefehl hoch. Sie sehen, ob Art. 90 Abs. 1 oder Abs. 2 SVG genannt ist, was das in Franken bedeutet und was für Ihren Führerausweis zu erwarten ist.

Überholmanöver einordnen · CHF 39

Wann Rechtsüberholen als grob gilt

Vor 2021 galt das Rechtsüberholen auf der Autobahn nach der Rechtsprechung grundsätzlich als grobe Verletzung (BGE 126 IV 192). Das hat sich geändert. Heute unterscheidet das Bundesgericht: Der einfache Fall fällt unter die Ordnungsbusse. Kommen jedoch Umstände dazu, die eine erhöhte abstrakte Gefahr begründen, bleibt eine Verurteilung nach Art. 90 Abs. 2 SVG möglich. Im Leitentscheid von 2022 heisst es: Zwar wurde die Möglichkeit geschaffen, ein solches Manöver mit Ordnungsbusse zu ahnden, doch ist weiterhin wegen grober Verletzung zu verurteilen, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind (BGE 148 IV 374).

Welche Umstände das sind, ergibt sich aus den Entscheiden der letzten Jahre. Je mehr davon zusammenkommen, desto näher liegt die grobe Verletzung mit Geldstrafe und Registereintrag.

Einfacher oder grober Fall Einfacher Fall • ein einzelnes Fahrzeug • lockerer Verkehr • kein grosser Tempounterschied • genug Abstand beim Einbiegen → Ordnungsbusse CHF 250 Erschwerende Umstände • mehrere Fahrzeuge überholt • dichter Verkehr, hohes Tempo • knappes Wiedereinbiegen • Tunnel, Kurve, vor Ausfahrt → Strafbefehl, Art. 90 Abs. 2 Das Bundesgericht verlangt für den einfachen Fall einen strengen Massstab (BGE 149 II 96).
Nicht das Rechtsüberholen allein, sondern die Umstände entscheiden über CHF 250 oder einen Strafbefehl mit Geldstrafe.
Aus der Praxis

Wir sehen immer wieder Strafbefehle, in denen die Betroffenen das Wort «Kolonne» für sich beanspruchen. Die Akten zeigen dann oft Videoaufnahmen einer Polizeipatrouille mit klaren Spurwechseln. Bevor man sich auf die neue Regel beruft, lohnt sich der Blick auf das, was dokumentiert ist.

Fälle aus der Rechtsprechung

Die Entscheide der letzten Jahre zeigen eine klare Linie. Sie helfen einzuschätzen, wo der eigene Fall liegt, ersetzen aber keinen Blick auf die konkreten Umstände.

Veröffentlichte Entscheide des Bundesgerichts zum Rechtsüberholen. Keine Tarife. Stand: September 2026.
EntscheidSachverhaltErgebnis
BGE 149 II 96 (2022)ein Personenwagen rechts überholt, keine erschwerenden UmständeOrdnungsbussen-Fall, 12 Monate Entzug aufgehoben
BGE 148 IV 374 (2022)4 Fahrzeuge auf rund 1300 m, 100 bis 120 km/h, vor einer Ausfahrtgrobe Verletzung, 50 Tagessätze bedingt
7B_731/2023 (2025)rechts überholt in einer Kurve im Autobahntunnel, reger Verkehr, knapp eingebogengrobe Verletzung, 20 Tagessätze bedingt und Busse CHF 675
6B_331/2025 (2025)auf dem Pannenstreifen an 4 Autos vorbei zur Ausfahrteinfache Verletzung, Busse CHF 350 plus Kosten

Auch die Kantone setzen für grobe Fälle Richtwerte, die sich an diesen Entscheiden orientieren. Die Zürcher Empfehlungen nennen für das Rechtsüberholen auf der Autobahn ohne grosse Geschwindigkeitsdifferenz 20 Tagessätze Geldstrafe, die Berner Richtlinien ab 15 Strafeinheiten mit einer Verbindungsbusse von mindestens CHF 500, die Aargauer ab 30 Strafeinheiten. Die Werte gehen auseinander, und sie stehen in einer gewissen Spannung zur neueren Rechtsprechung. Sie gelten dort, wo die Staatsanwaltschaft von einer groben Verletzung ausgeht.

Anonymisiertes Beispiel

Ein Lenker überholt am Abend auf der Autobahn zwei Fahrzeuge rechts und biegt knapp vor dem zweiten wieder ein. Eine zivile Patrouille filmt das Manöver. Der Strafbefehl lautet auf grobe Verletzung der Verkehrsregeln nach Art. 90 Abs. 2 SVG: 20 Tagessätze zu CHF 120 bedingt (CHF 2400), Probezeit 2 Jahre, Verbindungsbusse CHF 500, Verfahrenskosten CHF 600. Sofort zu zahlen sind CHF 1100. Das Strassenverkehrsamt eröffnet ein Verfahren wegen einer schweren Widerhandlung.

Pannenstreifen, Ausfahrt, Einspurstrecke

Drei Situationen sorgen besonders oft für Verwirrung, weil sie ähnlich aussehen, aber rechtlich verschieden behandelt werden. Auf dem Verzögerungsstreifen einer Ausfahrt dürfen Sie rechts an der Kolonne vorbeifahren, das erlaubt Art. 36 Abs. 5 lit. d VRV ausdrücklich. Der Pannenstreifen davor gehört aber nicht dazu. Er darf nur für Nothalte benutzt werden (Art. 36 Abs. 3 VRV). Wer ihn als Abkürzung zur Ausfahrt nimmt, riskiert einen Strafbefehl, wie im Zürcher Fall mit vier umfahrenen Autos.

Auf Einspurstrecken vor Verzweigungen gilt eine eigene Regel: Das Wechseln auf einen anderen Fahrstreifen zum Überholen ist untersagt, ausser auf Streifen mit dem gleichen Fahrziel (Art. 13 Abs. 3 VRV). Die Ordnungsbusse dafür beträgt CHF 100. Rechts vorbeifahren dürfen Sie dort, wenn die Fahrstreifen unterschiedliche Fahrziele haben und Sie auf Ihrem Streifen bleiben.

Pannenstreifen oder Verzögerungsstreifen Pannenstreifen: verboten Verzögerungsstreifen: erlaubt Kolonne auf den Fahrstreifen, Ausfahrt rechts Art. 36 Abs. 3 VRV: Pannenstreifen nur für Nothalte Art. 36 Abs. 5 lit. d VRV: Vorbeifahren auf dem Verzögerungsstreifen
Wo der Verzögerungsstreifen beginnt, ist das Vorbeifahren erlaubt. Davor ist der Pannenstreifen tabu.

Der Führerausweis

Beim Rechtsüberholen hängt am Führerausweis oft mehr als an der Strafe. Die gute Nachricht zuerst: Nach einer Ordnungsbusse gibt es keine Administrativmassnahme. Das Gesetz knüpft Verwarnung und Entzug an Widerhandlungen, bei denen das Ordnungsbussenverfahren ausgeschlossen ist (Art. 16 Abs. 2 SVG). Das Bundesgericht hat das für einen Motorradfahrer bestätigt, der einen Personenwagen rechts überholt hatte (Urteil 1C_105/2022).

Folgt dagegen ein Strafbefehl wegen grober Verletzung, stuft das Strassenverkehrsamt das als schwere Widerhandlung ein. Der Ausweis wird dann mindestens drei Monate entzogen (Art. 16c SVG). Wer den Führerausweis auf Probe hat, muss zusätzlich mit einer Verlängerung der Probezeit rechnen. Wie die beiden Verfahren zusammenspielen, erklärt die Seite Strafbefehl und Führerausweisentzug.

Ordnungsbusse

CHF 250 auf der Autobahn, keine Kosten, keine Massnahme.

Art. 90 Abs. 1 SVG

Busse per Strafbefehl plus Kosten, Verwarnung oder Entzug ab 1 Monat möglich.

Art. 90 Abs. 2 SVG

Geldstrafe, Registereintrag, Entzug mindestens 3 Monate.

Typischer Fehler

Den Strafbefehl akzeptieren und sich erst beim Strassenverkehrsamt auf die Kolonnenregel berufen. Das Amt stützt sich weitgehend auf den Strafentscheid. Wer die Einstufung als grob für falsch hält, sollte das innert 10 Tagen mit einer Einsprache vorbringen.

Was Sie jetzt konkret tun können

Lesen Sie zuerst, welche Bestimmungen im Strafbefehl stehen. Art. 90 Abs. 1 SVG bedeutet Busse und keinen Registereintrag. Art. 90 Abs. 2 SVG bedeutet Geldstrafe, Eintrag und einen Entzug von mindestens drei Monaten. Prüfen Sie dann, welche erschwerenden Umstände die Staatsanwaltschaft nennt, und vergleichen Sie sie mit dem, was tatsächlich war. Das Video der Patrouille oder das Messprotokoll können Sie über die Akteneinsicht anfordern.

Sehen Sie Ihren Fall näher beim einfachen Rechtsüberholen oder beim erlaubten Vorbeifahren, kann eine Einsprache gegen den Strafbefehl sinnvoll sein. Die Frist beträgt 10 Tage ab Zustellung. Ist sie verstrichen, zeigt die Seite Frist verpasst die engen Möglichkeiten danach. Und fällt die Verbindungsbusse schwer, gibt es das Gesuch um Ratenzahlung. War zusätzlich der Abstand ein Thema, lesen Sie die Seite zu Abstand und Drängeln.

So gehen Sie es an

  • Abs. 1 oder Abs. 2 von Art. 90 SVG bestimmen
  • Genannte erschwerende Umstände prüfen
  • Video oder Messprotokoll über die Akten ansehen
  • Einstufung als grob innert 10 Tagen bestreiten
  • Mit dem Strassenverkehrsamt rechnen

Das führt in die Irre

  • Rechtsvorbeifahren mit Rechtsüberholen gleichsetzen
  • Den Pannenstreifen für erlaubt halten
  • Auf die CHF 250 vertrauen, obwohl mehrere Autos überholt wurden
  • Erst beim Strassenverkehrsamt widersprechen
  • Die Frist verstreichen lassen
Aus der Praxis

Erfahrungsgemäss entscheidet beim Rechtsüberholen weniger das Manöver selbst als seine Beschreibung im Strafbefehl. Steht dort «mehrere Fahrzeuge» oder «knapp eingebogen», ist das der Punkt, an dem sich eine Prüfung lohnt.

Offizielle Grundlagen zum Rechtsüberholen

Die erlaubten Fälle stehen in der Verkehrsregelnverordnung, die Beträge in der Bussenliste des Bundes.

Externe Quellen, zuletzt geprüft am 23. September 2026. Sie dienen der Orientierung; verbindlich ist die Auskunft der zuständigen Behörde.

So hilft die Auswertung von strafbefehl-verstehen.ch

Beim Rechtsüberholen liegen CHF 250 und ein Ausweisentzug von drei Monaten nah beieinander. Wir sagen Ihnen, wo Ihr Strafbefehl steht: welcher Absatz genannt ist, was sofort zu zahlen ist, was bedingt gilt und was beim Strassenverkehrsamt zu erwarten ist. Für diese Auswertung zahlen Sie CHF 39 einmalig. Wie sie entsteht, zeigt die Seite zum Ablauf.

Einfach oder grob klar benannt

Ob Art. 90 Abs. 1 oder Abs. 2 SVG greift und was das für Register und Ausweis heisst.

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Transparenz: was diese Seite leistet und was nicht

Für wen geeignet? Für Lenkerinnen und Lenker, die wegen Rechtsüberholens oder unzulässigen Rechtsvorbeifahrens eine Ordnungsbusse oder einen Strafbefehl erhalten haben.

Was wird erklärt? Die Regeln nach Art. 35 SVG, Art. 8 und 36 VRV, die Ordnungsbussen nach OBV Ziff. 314, die Abgrenzung zur groben Verletzung nach der Rechtsprechung und die Administrativmassnahmen.

Welchen Nutzen? Sie erkennen, wie Ihr Fall eingestuft ist, was sofort zu zahlen ist und ob sich eine Einsprache lohnen könnte.

Was bieten wir bewusst nicht an? Keine Auswertung von Videos oder Messungen, keine inhaltliche Einsprache-Begründung, keine Vertretung.

Grenzen der Information: Die kantonalen Richtwerte sind nicht verbindlich und unterscheiden sich. Inhalt verantwortet von strafbefehl-verstehen.ch laut Impressum, zuletzt aktualisiert am 23. September 2026.

Hinweis: strafbefehl-verstehen.ch bietet eine verständliche Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung. Über Strafe und Einstufung entscheidet die Staatsanwaltschaft, über den Führerausweis das Strassenverkehrsamt, jeweils nach dem Einzelfall.

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Häufige Fragen zum Rechtsüberholen

Ist rechts überholen auf der Autobahn seit 2021 erlaubt?+
Nein. Erlaubt ist seit 1. Januar 2021 nur das Rechtsvorbeifahren, etwa bei Kolonnenverkehr auf dem linken oder mittleren Fahrstreifen (Art. 36 Abs. 5 VRV). Wer dagegen nach rechts ausschwenkt, vorbeifährt und wieder links einbiegt, überholt rechts. Das bleibt verboten und wird mit Ordnungsbusse oder Strafbefehl geahndet.
Was kostet rechts überholen in der Schweiz?+
Ein einfaches Rechtsüberholen durch Ausschwenken und Wiedereinbiegen kostet auf der Autobahn CHF 250 Ordnungsbusse (OBV Ziff. 314.3), auf Haupt- und Nebenstrassen CHF 140. Unzulässiges Rechtsvorbeifahren kostet CHF 200 beziehungsweise CHF 100. Kommen erschwerende Umstände dazu, folgt ein Strafbefehl.
Wann gilt Rechtsüberholen als grobe Verkehrsregelverletzung?+
Wenn erschwerende Umstände eine erhöhte Gefahr begründen, etwa mehrere überholte Fahrzeuge, hohe Geschwindigkeitsunterschiede, dichter Verkehr, knappes Wiedereinbiegen oder ein Tunnel. Das Bundesgericht hat 2022 bestätigt, dass dann trotz Ordnungsbussen-Tatbestand eine Verurteilung nach Art. 90 Abs. 2 SVG möglich bleibt (BGE 148 IV 374).
Darf ich auf dem Pannenstreifen rechts vorbeifahren?+
Nein. Der Pannenstreifen ist nur für Nothalte da (Art. 36 Abs. 3 VRV). Wer dort an einer stockenden Kolonne vorbei zur Ausfahrt fährt, fährt nicht erlaubt rechts vorbei. Das Bundesgericht hat 2025 eine Busse für ein solches Manöver an vier Autos vorbei bestätigt (Urteil 6B_331/2025).
Wird mir wegen Rechtsüberholen der Führerausweis entzogen?+
Nach einer Ordnungsbusse nicht, denn Administrativmassnahmen setzen voraus, dass das Ordnungsbussenverfahren ausgeschlossen ist (Art. 16 Abs. 2 SVG). Wird das Manöver als grobe Verletzung bestraft, gilt es als schwere Widerhandlung, und der Ausweis wird mindestens drei Monate entzogen (Art. 16c SVG).
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